02.04.2007 Mistral, Bora & Co. (Wetter)
Die Zeitschrift SEGELN
bringt im Heft Nr. 4 (April) die zweite Sonderbeilage „Wetter Spezial“ heraus.
Diese Beilage befasst sich insbesondere mit den Windverhältnissen des
Mittelmeeres, welche wesentlich durch die Topographie des Mittelmeerraumes
geprägt werden, und zwar den gebirgigen Küsten im Nordwesten/Norden/Nordosten
und den Wüstengebieten im Süden. Dazu kommen noch:
- thermische Effekte (hier: See- und Landwind)
- Gebirgseffekte (hier: Berg- und Talwind).
Nicht zu vergessen sind
jedoch auch die diversen Küsteneffekte (z.B. auf-/ablandiger Wind; Fallwinde,
Kap- und Düseneffekte).
Bestimmte Wettersituationen
in der Mittelmeerregion sind auf bestimmte Winde zurückzuführen:
- Etesien
/ Meltemi (Ägäis): Er ist im Ostteil des
Mittelmeers zu beobachten und tritt von Mai bis September als Nordwestwind
mit 5 Bft. Wind in Erscheinung.
- Mistral (Westalpen) / Tramontana (Zentralalpen) / Bora (Kroatien/Slowenien) / Vardarac / Gregale (Ionisches Meer): Es handelt sich hier um „einfallende“ Kaltluft aus dem
gebirgigen Norden. Er ist sehr böig und stürmisch.
- Libeccio/Poniente/Ventraval (Str. von Gibraltar) bzw. Levante/Lievantada (spanische Ostküste): Er tritt im westlichen
Mittelmeer auf und kennzeichnen typische West- bzw. Ostwinde.
- Schirokko
(Italien/Griechenland) / Ghibli (Libyen) / Khamsin (Ägypten) / Leveche / Chili (Algerien/Marokko/Tunesien): Er kommt aus dem Süden und führt
heiße, staubige Wüstenluft mit sich. Da er lange Zeit übers Wasser des
Mittelmeeres weht, kommt er als feuchter Wind im Norden an.
Mit welchem Wind zu rechnen
ist, kann der Wetterkarte entnommen werden. Aufbauend auf dem Wissen, dass der
Wind bei einem Hoch im Uhrzeigersinn ums Hoch dreht und bei einem Tief entgegen
dem Uhrzeigersinn, können wir dann z.B. ableiten, dass:
- mit dem Mistral
zu rechnen ist, wenn ein Hoch über dem westlichen Ärmelkanal und ein Tief
in Höhe von Rom (Mittelitalien) liegen;
- eine Bora-Wetterlage
dann vorliegt, wenn über Polen ein Hoch und über Süditalien ein Tief
liegt.
- der Meltemi
die ganze Sommersaison weht, da er durch ein Tief über der Türkei (sog.
„Hitztief“) erzeugt wird.
Quelle: SEGELN,
Nr. 4/07 (Beilage Teil 2: Wetter Spezial) – www.segelnmagazin.de